Forschungsförderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung

Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Schirmherr der diesjährigen Verleihung, überreichte den mit € 15.000 dotierten Forschungs-Förderpreis zusammen mit Prof. Dr. Hans Jürgen Gerner, Vorsitzender des Stiftungsrates der DSQ, an Prof. Dr. Dietmar Fischer vom Universitätsklinikum Ulm. Damit wird das Forschungsprojekt „Neue Strategien zur Stimulation des axonalen Regenerationsprogramms im Zentralen Nervensystem“ unterstützt. Am Beispiel des Sehnervs erforschen Prof. Dr. Fischer und sein Team, wie bestimmte Nervenzellen in einen regenerativen Zustand überführt und damit zu einem Wachstum motiviert werden können. Seit mehr als 10 Jahre vergibt die DSQ den Forschungs-Förderpreis. Er unter- stützt sowohl den Preisträger für die Fortführung seiner wissenschaftlichen Arbeit, wie auch in besonderem Maße das Forschungsprojekt selbst. Damit hat der DSQ Forschungs-Förderpreis eine besondere Bedeutung bei der Bekämpfung der Querschnittlähmung erlangt.

Erstmals verlieh die DSQ auch den Preis für besonderes soziales Engagement. Damit werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für die Belange von Querschnittgelähmten engagiert haben. Die beiden Hockey- Bundesliga-Spielerinnen Cora Eilhardt und Britta Billmann erhielten diesen Preis für ihr herausragendes Engagement für ihre Sportkameradin Michaela Schlett, die durch einen Autounfall querschnittgelähmt wurde. Zusammen mit Sportkameradinnen sammelten die Hockeyspielerinnen in kurzer Zeit mehr als   € 50.000. Sie konnten damit ihrer verunglückten Sportfreundin in dieser Notsituation kurzfristig eine erste finanzielle Unterstützung vermitteln. Ministerpräsident Prof. Dr. Böhmer überreichte zusammen mit Prof. Dr. Gerner diesen Preis an die beiden Sportlerinnen. Im Rahmen der Preisverleihung wurden auch weitere aktuelle Projekte der DSQ vorgestellt: "no risk - no fun?".Die Präventionskampagne informiert über die Vermeidung von Querschnittlähmung und weiteren schweren Verletzungen, vor allem im Rahmen von Freizeitaktivitäten. Breit angelegte Maßnahmen begleiten die Kampagne, so z.B. Projekttage an Schulen, mit denen die Zielgruppen der gefährdeten jungen Menschen direkt angesprochen werden. Die Schwimmerin und Olympiasiegerin Hannah Stockbauer hat für dieses Projekt die Schirmherrschaft übernommen. "Ich begrüße ausdrücklich den breiten Ansatz der Arbeit der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung" so Ministerpräsident Prof. Dr. Böhmer, "die bereits mit der Prävention einsetzt. Die Stiftung geht auf junge Leute zu und klärt darüber auf, welche Folgen Selbstüberschätzung in Sport und Freizeit haben kann, vor allem wenn Alkohol im Spiel ist."

medikonf 2009 Virtuelle Kooperation mit der Medizinischen Staatsuniversität Krasnojarsk, Sibirien, und der Stiftung SM Charity. Seit 2007 wird ein umfangreicher medizinischer Erfahrungsaustausch mit mehreren Groß-Kliniken in der Region Krasnojarsk auf der technischen Basis von Videokonferenzen durchgeführt. Dieses Projekt ermöglicht den wissenschaft- lichen und medizinischen Informationstransfer von Kliniken und Ärzten zwischen Asien und Europa über eine Strecke von mehr als 8.000 km. DSQ paraKomInnovative Kommunikationsplattform für Patienten und Betroffene. Diese derzeit noch im Aufbau befindliche Kommunikationsanwendung ist speziell auf Querschnittgelähmte und in der Mobilität behinderte Menschen ausgerichtet. Den Nutzern wird ermöglicht, auf viele Informationen zum Thema Querschnitt- lähmung zugreifen zu können. Die Besonderheit des Projektes sind interaktive Anwendungen wie virtuelle Sprechstunden, Live-Beratungsgespräche und Expertendialoge, die vor allem zum Ziel haben, die Lebensqualität Querschnitt- gelähmter weiter zu verbessern. Moderatorin Sylvia Kunert führte mit Prof. Hans Jürgen Gerner und Prof. Udo Reiter, Intendant des MDR Mitteldeutschen Rundfunks und Mitglied des Kuratoriums der DSQ, durch die Preisverleihung.

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