Presslufthammer statt Spaten begründen Museumsneubau in Buttenheim

Schlag auf  Schlag soll der Neubau neben dem Levi-Strauss-Museum in Angriff genommen werden. Zuvor muss erst der Abriss der Gebäude einer ehemaligen Metzgerei erfolgen, um dem Museum neuen Raum und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Entsprechend  ließen es sich also Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler und Bürgermeister Johann Kalb als „prominentestes Abbruchteam Oberfrankens“ nicht nehmen, selbst zu Presslufthammer und schwerem Werkzeug zu greifen und der ersten Mauer zu Leibe zu rücken. Immerhin hinterließen sie ein paar markante Löcher, die in der nächsten Zeit dann von den Bauprofis als Anfang der Abrissarbeiten verwendet werden. Im nächsten Jahr um diese Zeit soll dann nach den Planungen des Architekten Christoph Gatz die Sanierung des dem Museum benachbarten Gebäudes mit Anbau abgeschlossen sein. Das Fachwerkhaus links neben dem bestehenden Museum wird an der Straßenfront erhalten, der Hinterhof winkelförmig neu bebaut. So entsteht dann ein neuer Kassenbereich, in den auch ein Café und der bislang in einem anderen, 100m entfernten, Gebäude untergebrachte Museumsshop integriert werden. Doch viel wichtiger ist die räumliche Entlastung für das Museums selbst, denn „eines der profiliertesten Museen Oberfrankens“, wie Regierungspräsident Wenning betonte,  leidet unter massivem Raummangel. Bislang können die durchschnittlich 250 Besuchergruppen pro Jahr  auf den bestehenden 130 Quadratmetern Ausstellungsfläche nur „durchgeschleust“ werden. Durch einen neuen museumspädagogischen Raum ergeben sich künftig für die Arbeit mit Schulklassen völlig neue Perspektiven. Für die jährlich wechselnden Sonderausstellungen entsteht ein geeigneter Raum, ebenso ein Depot für die ständig wachsende Jeanssammlung des Museums. Auch Museumsleiterin Dr. Tanja Roppelt, bisher in einem anderen Gebäude untergebracht, wird zukünftig direkt unter dem Dach des Museums ihre Büroräume beziehen. Insgesamt erweitert sich das Raumangebot um 450 qm, die vor allem dem Komfort der jährlich weit über 10 000 Besucher dienen. Bürgermeister Johann Kalb bedankte sich herzlich bei den Fördergebern  - der Oberfrankenstiftung, der Bayerischen Landesstiftung und dem Bayerischen Kulturfonds - die das Bauprojekt durch Zuschüsse erst ermöglichten. Besonders betonte er, dass das Bauprojekt aufgrund seiner herausragenden Bedeutung in das EU-Förderprogramm EFRE aufgenommen wurde. Bezirktagspräsident Dr. Günther Denzler, der sich nicht nur durch den gemeinsamen Geburtstag am 26.02. mit Levi Strauss mit dem Buttenheimer Museum verbunden fühlt, unterstrich dessen herausragende Bedeutung für die regionale Museumslandschaft und wünschte dem Bauvorhaben in einem Grußwort gutes Gelingen. Bevor aber die Besucher die neuen Museumsräume durchwandern und im Café eine Erfrischung zu sich nehmen können, ist die Geduld der Nachbarn gefordert. Da sich die Baustelle in einem Hinterhof mit einer nur zwei Meter breiten Durchfahrt befindet, baten Architekt und Bürgermeister die bei der Grundsteinlegung anwesenden Anwohner um ihr Verständnis.

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