Stiftungsvolumen erreicht 15 Millionen Euro – Stipendium zu vergeben

Die Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen zieht eine Erfolgsbilanz.

Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen

Vorstandmitglied Frank Dierolf (Mitte), Stiftungsmanager Gernot Schillinger (links) und Marcus Wittkamp, Leiter Gesellschaftliches Engagement, berichteten beim Pressegespräch von der äußerst dynamischen Entwicklung der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse. Bild: Martin Turetschek/Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen

Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Vermögen dauerhaft Gutes tun und diesen Wunsch in Form einer Stiftung verwirklichen. Die Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen unterstützt Interessierte – Kunden wie Nicht-Kunden – bei diesem Vorhaben professionell und unabhängig davon, ob das Geld für Zwecke der Bildung, Kultur, Soziales oder Sport verwendet werden soll. Angesichts des Stiftungsvolumens von inzwischen 15 Millionen Euro spricht Kreissparkassen-Vorstandsmitglied Frank Dierolf von einer „erfreulich dynamischen Entwicklung“.

Vor etwas über sieben Jahren hatte die erste Stifterin eine Million Euro als Unterstiftung in die im Oktober 2015 gegründete Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse eingebracht. Viele weitere Menschen folgten diesem Beispiel. Inzwischen bündelt die Kreissparkasse insgesamt 33 Unterstiftungen unter dem Dach der Stiftergemeinschaft, die von der DT Deutsche Stiftungstreuhand AG professionell betreut und verwaltet wird. Da sich rechtlich selbstständige Stiftungen unter einem Stiftungsvermögen von zwei Millionen Euro wirtschaftlich kaum rechnen, bietet die Kreissparkasse eine niederschwellige Lösung an. Somit sind Namensstiftungen bereits ab 50.000 Euro möglich.

Die Zahl der aktuell vereinbarten Stiftungsverwaltungsverträge, in denen eine Stiftung von Todes wegen errichtet wird, liegt sogar bei 120. „Der Wunsch finanziell unabhängiger Kundinnen und Kunden, ihren eigenen Nachlass rechtzeitig zu ordnen, mit dem Vermögen etwas Gutes zu bewirken und damit dem bürgerlichen Engagement Rechnung zu tragen, ist groß. Die steigende Zahl Stiftungswilliger ist auch eine Folge des demografischen Wandels und dem von der Nachkriegsgeneration aufgebauten Vermögen“, erklärt Frank Dierolf.

Bisher sind im Jahr 2023 insgesamt 114.000 Euro an Stiftungsgeldern ausgeschüttet worden. Diese Summe verteilt sich auf 36 gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen. „Hiervon sind 17 im Landkreis Esslingen ansässig und fördern somit direkt das Gemeinwohl in unserem Landkreis. Weitere sieben Einrichtungen befinden sich in der Region Stuttgart“, erläutert das Vorstandsmitglied.

Etwas Sinnvolles zum Gemeinwohl beitragen

Was bringt Menschen dazu, ihr Vermögen einem bestimmten Stiftungszweck zuzuführen? „Das Gros unserer Stifterinnen und Stifter hat seine persönlichen Lebensziele erreicht, ist finanziell unabhängig und möchte nun etwas zum Gemeinwohl beitragen“, berichtet Dierolf. Für die eigentlichen Erben sei häufig bereits vorgesorgt oder es seien keine beziehungsweise keine geeigneten Erben vorhanden. „Im Prinzip geht es dann nur noch um die Frage, für welche Zwecke die Erträge aus der Stiftung eingesetzt werden sollen. Wichtig ist vor allem, dass wir mit den Stiftungserträgen den Stiftungszweck ausreichend erfüllen können. Daher stellte die zurückliegende Niedrigzinsphase für Stiftungen grundsätzlich eine besondere Herausforderung dar“, sagt das Vorstandsmitglied.

Die Stifterinnen und Stifter können aus einer Reihe von in der Abgabenordnung festgelegten Stiftungszwecken auswählen. Jedoch konzentrieren sich die über die Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse gegründeten Unterstiftungen zu 90 Prozent auf soziale oder mildtätige Zwecke, gefolgt vom Klassiker Tierschutz. „Ganz vorne in der Gunst liegen Hospize, Pflegeheime und Kinderhilfswerke. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Stiftungszwecke wie Bildung oder Umwelt- und Naturschutz“, erläutert Dierolf.

Stipendium der Werner-Glenk-Stiftung

Ein besonders gutes Beispiel für den Stiftungszweck Bildung stellen die Stipendien der Werner-Glenk-Stiftung für im Landkreis Esslingen wohnende Schülerinnen und Schüler dar. Diese Stiftung stellt studienfähigen jungen Menschen, die aus finanziellen Gründen nicht studieren können, insgesamt zwei Stipendien zur Verfügung, die für maximal 60 Monate mit 300 Euro pro Monat dotiert sind. „Das Angebot ist unabhängig vom Geschlecht der Bewerberinnen und Bewerber sowie vom künftigen Studienfach. Dieses Beispiel sollte Schule machen“, findet Frank Dierolf. Aktuell hat die Werner-Glenk-Stiftung ein weiteres Stipendium zu vergeben. Interessierte melden sich per E-Mail bei marcus.wittkamp@ksk-es.de.

Manch potenzielle Stifterinnen und Stifter tun sich mit dem „Ewigkeitscharakter“ einer Stiftung schwer. Deshalb entstanden insbesondere während der Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre mehr und mehr Verbrauchsstiftungen. „Hier wird nicht der erwirtschaftete Ertrag für Stiftungszwecke eingesetzt, sondern das Stiftungskapital über einen bestimmten Zeitraum von mindestens zehn Jahren, bis es aufgebraucht ist. Auf diese Weise können Stifterinnen und Stifter unabhängig von der Ertragssituation den in der Stiftungssatzung genannten Zweck gleichbleibend erfüllen“, verdeutlicht Dierolf, der auch Mitglied des Stiftungskuratoriums ist. Dieses ehrenamtliche Gremium prüft zum Beispiel die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses oder entscheidet in den Fällen über die Verwendung von Stiftungserträgen, wenn ein Stiftungsgeber ausdrücklich keinen konkreten Empfänger festgelegt hat.