Die Wilhelma in Stuttgart ist der einzige zoologisch-botanische Garten in Deutschland und einer der artenreichsten Zoos der Welt. Die Förderung heimischer und weltweiter Artenvielfalt, botanische Sammlungen und wissenschaftliche Forschungsarbeit sind die wichtigsten Schwerpunkte. Das unterstreicht die neue Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtalis tetrataenia). Diese Unterart der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter stammt aus einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in Kalifornien, wo sie strukturreiche Feuchtgebiete besiedelt. Aufgrund von Lebensraumzerstörung sind mittlerweile viele Teilpopulation voneinander isoliert, sodass ein genetischer Austausch unterbrochen wurde. Invasive Arten und Krankheiten sowie illegaler Fang setzen den noch vorhandenen Beständen weiter zu. Die mit rund 1.300 Tieren größte Population beherbergt heute der Flughafen von San Francisco, dessen durch Umzäunung bestens geschütztes Gelände mit Wasserflächen, Röhrichten, Wiesen und Buschland noch optimale Lebensbedingungen bietet. Aus vielen anderen seiner früheren Habitate ist das hübsch gefärbte Reptil mittlerweile verschwunden.
In der Wilhelma wurde für die San-Francisco-Strumpfbandnattern ein 24 m² großes Freilandterrarium als Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Zoologie, Botanik, Parkpflege, Technik und Umweltbildung realisiert. Die beiden Schlangen, die am Tag der Einweihung ihr neues Zuhause bezogen haben, sind Nachzuchten aus dem Allwetterzoo Münster. Sie werden sich ganzjährig in der Anlage aufhalten. Für die kalte Jahreszeit steht eine frostfreie Überwinterungsbox zur Verfügung, in welche sich die Tiere eigenständig zurückziehen können. Beim Bau der Anlage musste mit höchster Präzision vorgegangen werden, da Jungtiere der Strumpfbandnatter durch kleinste Spalten passen. Ein Schutznetz gegen Reiher und Rabenvögel sowie ein Grabschutz gegen Nagetiere beugen dem Eindringen von Beutegreifern vor.
Finanziert wurde das neue Großterrarium von der Ingrid Kandler Stiftung in der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Die Stiftung hat 150.000 Euro für den Bau der Anlage zur Verfügung gestellt hat. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin zeigt sich dankbar: „Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung hier aus der Region – zumal die Spende von der Ingrid Kandler Stiftung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen nicht nur der Wilhelma, sondern der Erhaltungszucht eines vom Aussterben bedrohten Reptils zugutekommt.“
Quelle und weitere Informationen: Wilhelma
Informationen zu der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen finden Sie hier.

